Im 19. Jahrhundert begannen baskische Schäfer, nach Australien und in die USA auszuwandern. Auch immigrierten baskische Schäfer mit ihren Hunden von Australien in die USA, als die Nachfrage des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts nach australischer Wolle und Schafen in Amerika immer stärker anstieg. Die mitgebrachten Hunde glichen den heutigen Australian Shepherds, und so entstand der Rassename.
Entwicklung der Rasse
Durch die Wanderung der Basken durch die Kontinente waren viele verschiedene Hütehundrassen an der Entstehung des Australian Shepherd beteiligt: Langhaar-Collie, Kurzhaar-Collie, Deutscher Schäferhund, Australian Cattle Dog, Australian Kelpie. Das Leben dieser Hunde muß man sich ohne Komfort und voll von Mühsal vorstellen. Sie waren widerstandsfähige, zähe Individuen mit hoher Anpassungsfähigkeit. Außerdem besaßen sie einen intensiven Hüteinstinkt, verbunden mit starker Ergebenheit für ihren Besitzer.
Die Beliebtheit des Australien Shepherds nahm nach dem 2. Weltkrieg parallel zur schnellen Entwicklung der Western-Reiterei zu, welche durch Rodeos, Pferderennen, Kino- und Fernsehberichte allgemein bekannt und volkstümlich wurde. Seine vielfachen Begabungen und die Leichtigkeit, ihn auszubilden, machten den Australien Shepherd zu einem nützlichen Begleiter für Rancher und Farmer in Amerika. Diese sorgten für die Weiterentwicklung der Rasse und die Erhaltung ihrer vorteilbringenden Eigenschaften: ihrer scharfen Intelligenz, ihres ausgesprochenen Hütungstriebes sowie ihres attraktiven Erscheinungsbildes, welches schon früher Bewunderung sorgte. Ihre vielen guten Eigenschaften führten stetig steigender Beliebtheit. 1996 wurde die Rasse in Europa durch FCI vorläufig anerkannt.
Die Rasse in Deutschland
Deutschland ist innerhalb Europas das Land mit dem zahlenmäßig wohl weitaus größten Anteil an Australian Shepherds und auch mit der ,,ältesten" Shepherd-Geschichte. Die ersten Shepherds kamen als ständige Begleiter der Westernreitszene ab Ende der 70er bis Mitte der 80er Jahre über Randy Phillips und Jean-Claude Disly nach Deutschland und Frankreich. Es leben z.Z. zwischen 4.000 und 6.000 Australian Shepherds in deutschen Familien.
Wesen und Charakter
Australian Shepherds können wundervolle Arbeits- und Begleithunde sein, wenn der neue Besitzer ihren spezifischen Bedürfnissen gerecht werden kann. Vor der Anschaffung eines ,,Aussies" sollte sich der Interessent wirklich ehrlich fragen, ob der Australian Shepherd der richtige Hund für ihn ist, denn mit der Entscheidung für einen solchen Hund geht er eine Partnerschaft von 12 bis 14 Jahren und mehr ein.
Der ,,Aussie" ist in der Regel ein gegenüber Artgenossen, gleich welcher Rasse, sehr verträglicher und sozial begeisterter, weil kommunikativer Hund. Am meisten schätzt er aber den ständigen Kontakt zu anderen Australian Shepherd. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass in den meisten Familien, in die irgendwann der erste Hund dieser Rasse einzog, inzwischen zwei oder mehr ,,Aussies" leben bzw. der Wunsch nach einem zweiten ,,Aussie" entsteht. Diese Rasse bietet sich einfach ganz besonders für eine Mehrhundehaltung an.
Rassebesonderheiten
Der Australian Sheperd gehört zur Gruppe der Hütehunde. Das bedeudet, dass jedes Exemplar Hüte- und/oder Arbeitsaktivität auf unterschiedlichem Niveau entwickeln kann. Einige möchten die Kinder ihrer Familie hüten, die Kinder des Nachbarn, Fahrräder, Enten, Autos andere Hunde oder auch Jogger. Das kann beispielsweise auch das Schnappen (nicht Beißen) nach den Fesseln, den Händen oder dem Gesicht beinhalten.
Manche Australian Shepherds sind sehr aktive Hunde und fordern regelmäßige Aktivitäten, ob es nun Spaziergänge kombiniert mit dem Frisbeewerfen oder Ballspielen ist oder Agilitey oder Obedience. Der ,,Aussie" ist auf jeden Fall vielseitig einsetzbar und bis ins hohe Alter lernbegierig.
Es gibt Zuchtlinien, die über Generationen speziell für die Hütearbeit selektiert wurden. Diese Hunde sind oftmals schmaler in der Statur und benötigen sehr viel Beschäftigung im Sinne von Hüten oder Hundesport. Andere Linien werden in jüngerer Zeit mehr als Begleit- oder Familienhunde gezüchtet. Sie sind häufig etwas weniger aktiv und haben wesentlich gemäßigteres Temperament. Wegen der Unterschiedlichkeit ist es wichtig, einen Hund auszuwählen dessen Aktivitätsniveau und dessen Energie zum individuellen Lebensstil des Besitzers paßt. Deshalb sollten auf jeden Fall im Vorfeld Gespräche mit verschiedenen Züchtern geführt werden. Hier kann und sollte man sich auch über die Blutlinien und Vorfahren aufklären lassen.
Der ,,Aussie" ist ein extrem intelligenter Hund, der auch geistiges Training braucht. Die kann bei Unterbeschäftigung dazu führen, dass der Hund sich selbst Aufgaben stellt, was natürlich zu unerwünschten Handlungen führen kann. Auf der anderen Seite lernen diese Vierbeiner sehr schnell und überzeugen durch den Wunsch ihren Besitzer zu gefallen.
Normalerweise sind sie sehr fixiert auf ihre Menschen und möchten am liebsten immer bei ihnen sein.